Was ist eine Fallbesprechung?

Eine Fallbesprechung ist ein geplantes, strukturiertes Gespräch oder eine Sequenz von Gesprächen über eine ausgewählte Problematik, die sich nicht unmittelbar im konkreten Zusammenhang lösen lässt, sondern ein einheitliches konsequentes und geplantes Vorgehen erfordert.

Ein Fall schließt mindestens folgende Elemente ein:

  • den Anlass der Beschäftigung mit der Angelegenheit,
  • die bisherige Verlaufsgeschichte,
  • alle Personen, die in den Fall involviert sind,
  • die Beziehungen dieser Personen untereinander,
  • die Problembeschreibung bzw. –definition der wichtigsten Akteure des Falles.

Je nach Schule und Theorie kann eine Fallbesprechung schwerpunktmäßig verschiedene Akzente setzen.

Schulenübergreifend sind im allgemeinen aber folgende Phasen typisch für eine Fallbesprechung:

  • Die Falldarstellung bzw. –beschreibung,
  • Verständnis- und Informationsfragen,
  • die Fallbewertung und –einschätzung,
  • die Planung weiterführender Strategien, die zu den erwünschten Veränderungen führen,
  • ein abschliessendes Gespräch darüber, ob die erwünschten Veränderungen eingetreten sind und ggf. über weitere Maßnahmen, sofern der erwünschte Zustand noch nicht erreicht wurde.

Eine Fallbesprechung ist nicht die Besprechung und Stigmatisierung des Verhaltens einer einzelnen Person.
Fallkonstellationen besitzen ganz im Gegenteil eine außerordentlich hohe Komplexität. Alle Aspekte eines Falles zu erfassen, ist in der Regel nicht möglich. Die Kunst der Fallbesprechung liegt deshalb in der Reduzierung der Komplexität, wobei auf das Wesentliche fokussiert wird.