Kooperation und Kommunikation

Ein Unternehmen, eine Firma, eine Organisation funktioniert wie ein Uhrwerk. Ein Rädchen greift ins andere. Ist auch nur eines davon nicht passgenau oder gar defekt, hakt das komplette System.
Deshalb ist eine Organisation ohne Kooperation nicht
(über-)lebensfähig.
Kooperation im Arbeitskontext ist unerlässlich: „Niemand ist eine Insel“. Das gilt sowohl auf den verschiedenen internen Unternehmensebenen als auch zwischen ihnen, ebenso aber auch zwischen verschiedenen Unternehmen (Wirtschaftskooperation. Im folgenden Text wird es aber ausschließlich um die Kooperation von Personen untereinander gehen).

Als Kooperation (lat. cooperatio „Zusammenwirkung, “Mitwirkung“) in einer noch abstrakten und allgemeinen Definition (nachzulesen bei Wikipedia) wird im allgemeinen das zweck- und zielgerichtete, arbeitsteilige Zusammenspiel der Handlungen von zwei oder mehreren Personen oder Systemen verstanden. Kooperation hat immer etwas mit Systembildung zu tun. Ohne System keine Kooperation. Die miteinander Kooperierenden dürfen auf Grund von Kooperationsregeln ein kooperatives Verhalten vor- und untereinander erwarten.
Freundschaft der Kooperierenden untereinander ist für gelingende Kooperation keine notwendige Voraussetzung.

Kooperation schließt Konkurrenz nicht aus. Die Konkurrenz verlagert sich dann eher auf die sog. „soft skills“, also Teamfähigkeit, Sozial- oder Sprachkompetenz.

Grundsätzlich kann man zwei Grundprinzipien der Kooperation unterscheiden:
Das synergetische Prinzip schafft durch Kooperation Neues, wozu jedes einzelne Teil, jede Einzelperson nicht in der Lage wäre (häufig in der Forschung und Entwicklung zu finden).
In der sog. additiven Kooperation werden Prozesse oder Abläufe durch die Kooperationspartner zusammen gefasst, um einen optimierenden Effekt zu erreichen (multiprofessionelle Teams z.B. in Krankenhäusern; Firmenzusammenlegungen).

Entscheidend für eine gelingende Kooperation sind Faktoren wie z.B.

  • klare Aufgabenverteilung
  • klare und transparente Strukturen einschl. Rückkoppelungsschleifen
  • Sozialkompetenz
  • Teamfähigkeit (von Fall zu Fall)
  • Kommunikationskompetenz

Vor allem der Kommunikationskompetenz kommt in der Kooperation eine hohe Bedeutung zu, weshalb sie hier auch noch einmal besonders besprochen wird.

Kommunikation ist ein komplexer Prozess.
Um ihn nachvollziehen zu können, bieten die sog. Axiome, die der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick 1965 formuliert hat, eine gute Orientierung. Vor allem dem zweiten kommt eine große Bedeutung zu:

Kommunikation (gemeint ist hier vor allem die verbale) hat immer zwei Aspekte, von denen die Kommunikation bestimmt wird, zum einen der Inhaltsaspekt, das Sachthema, der Auftrag, die Tätigkeit, Arbeit, mit der man beschäftigt ist, zum anderen der Beziehungsaspekt. Der Beziehungsaspekt meint die in der Regel nicht besprochene Beziehung der an einer Aufgabe beteiligten Personen zueinander.
Dabei gilt uneingeschränkt: Der Beziehungsaspekt legt die Grundlage für den Inhaltsaspekt – meint: Aufträge, sei es eine Tätigkeit oder ein Gespräch, werden nur dann zufriedenstellend erledigt, wenn die Beziehung der beteiligten Personen wenigstens zufriedenstellend be- oder ansprechbar ist. Im Umkehrschluss: „Probleme“ der beteiligten Personen untereinander sind immer ein Zeichen für unklare Beziehungen.
„Stimmen“ die Beziehungen der Kooperierenden untereinander, können Sachthemen in aller Regel problemlos besprochen und erledigt werden.

Für „stimmende“ Beziehungen sorgen Komponenten wie z.B:

  • „Ich-Botschaften“ geben: ICH meine, ICH denke, ICH habe den Eindruck…; Bei MIR kommt an…; auf MICH wirkt das wie…; das ist MEINE Meinung…
  • Herstellung von Klarheit und Eindeutigkeit durch Rückkoppelungen und feed-backs („Ich habe jetzt folgendes verstanden…“ bzw. „Bin ich verstanden worden?“)
  • Empathie: Nachvollziehen, Akzeptieren, Respektieren auch von befremdlichen Beiträgen, Einfühlen und Hineinversetzen in fremde Standpunkte, die dem eigenen entgegen stehen. Empathie bedeutet nicht Zustimmung! Der eigene Standpunkt muss dabei nicht aufgegeben werden.
  • Förderung einer Dialogkultur (nicht ab- und bewerten, nicht be- und verurteilen, nicht während des Zuhörens schon das nächste Gegenargument bereit halten) – im Gegensatz zur Diskussion.
  • Förderung der Konsensbildung anstelle (fauler) Kompromisse.