Stressmanagement

Früher oder später erwischt der Stress jeden, denn dass wachsende Arbeitsverdichtung und Zunahme wirtschaftlichen Drucks Arbeitnehmer, jüngere wie ältere, Manager wie Fließbandarbeiter immer mehr unter vor allem psychische Belastung bringt, ist schon lange kein Geheimnis mehr.

Ratgeberbücher und Fortbildungen zur Stressbewältigung gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. In ihren essentiellen Aussagen gleichen sie sich alle:

Stress ist die Umschreibung für eine breite Anzahl von Symptomen körperlicher wie auch seelischer Natur. Das beginnt z.B. bei Ungeduld, Hastigkeit, Muskelverspannungen,
Schlafstörungen, Nervosität, Unzufriedenheit, Denkblockaden, Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen und endet unter Umständen bei sinkender Immunabwehr, Hautproblemen und erhöhtem Unfallrisiko – und in extrem Fällen bei Burnout und Herzinfarkt.

Stresssymptome treten einzeln auf, aber ebenso oft auch in den verschiedensten Kombinationen. Zuerst reagiert die Psyche auf die Situation und die stressauslösenden Faktoren. Das bleibt oft unbemerkt oder wird ignoriert. In einer zweiten Phase melden sich dann körperliche Symptome an. Letztlich antwortet immer der komplette Mensch, der gesamte Organismus, Körper wie Seele auf die Stressauslöser (Stressoren).

Ob und in welchem Ausmaß ein Mensch auf Stressoren reagiert, ist eine individuelle Kombination aus sich erhöhenden Anforderungen, zuspitzenden Umständen und der persönlichen Verfassung und Gestimmtheit, damit umzugehen.
Die Situation ist immer so, wie sie ist – stressfrei oder stressauslösend. Aber auf ein- und dieselbe Anforderung in vergleichbaren Situationen reagiert eine Person zu verschiedenen Zeitpunkten manchmal vollkommen unterschiedlich, und Person A möglicherweise vollkommen anders als Person B.

Eine besonders hinterhältige Stressvariante besteht darin, sich Schuldgefühle darüber zu machen, dass man unter Stress geraten ist.

Oft wird man vor hochkomplexe Anforderungen gestellt, die sich nicht vorher ankündigen. Man bemerkt dann nicht, wann sie beginnen, und an welcher Stelle sie vielleicht doch noch günstig beeinflussbar sind.

Ein solches “Überrollen” geschieht oftmals in aller Beiläufigkeit: “Ach, wo ich Sie gerade sehe, machen Sie doch bitte bei nächster Gelegenheit gerade auch noch…”. Obwohl man schon hoch belastet ist, will man nicht schon wieder meckern, willigt ein, und ehe man sich recht besinnt, ist die Fährte zum Stress schon gelegt.

Ebenso oft wird Stress im Vorfeld eines Ereignisses ausgelöst:
Durch Erfahrung sensibilisiert, “weiß” oder “ahnt” man schon, was demnächst auf einen zukommt und gerät in Not, obwohl das Ereignis noch gar nicht eingetreten ist.

Es gilt aber immer:
“Umstände” und “Situationen”, also “die Welt” ist nur veränderbar unter Einsatz hoher Mittel, hoher Preise und hoher Risiken – für eine Einzelperson oft unangemessen hoch und nicht zu leisten, und oft bleibt es sowieso unklar, ob und wie man die Umstände hätte beeinflussen können.

Allerdings beeinflussen, d.h. senken kann man die persönliche Reaktionsbereitschaft auf Stress. Hierfür sind Mitteleinsatz und Risiko in aller Regel eher gering. Der Preis besteht darin, auf dem Weg zur Stressreduktion Geduld und Nachsicht mit sich selbst zu lernen.

Um diesen Einfluss auf sich selbst auszuüben, bedarf es der Einsicht, dass Stress kein unabänderliches Schicksal ist. Kein Mensch ist ausschließlich Opfer belastender Situationen und Verhältnisse. In aller Regel trägt das eigene Verhalten dazu bei, stressige Verhältnisse zu stabilisieren (“hausgemachter Stress”). Für viele ist das eine Kröte. Aber sie will geschluckt werden, damit Veränderung eingeleitet werden kann.

Die Elemente, die ich Ihnen für diese “Einflussnahme auf sich selbst” anbiete, orientieren sich an dem Programm von Prof. Dr. Kaluza (Kaluza, Gert, Gelassen und sicher im Stress, Springer Verlag), von dem ich mich darin habe fortbilden lassen.

Die Kunst der Stressbewältigung beginnt damit, kleine Schritte und “Fluchten” zu entwickeln, die allmählich den Ausstieg aus dem Stress einleiten: Jeder lange Weg beginnt mit dem ersten Schritt; man tastet sich suchend weiter, vergleichbar der Monopoly-Maxime “Gehe zurück auf LOS!”

Patentrezepte hierfür gibt es keine. Jeder sucht sich seinen Weg, dem eigenen Stress auf die Spur zu kommen und ihn aktiv zu steuern.

Was ich als Ihr Supervisor und Coach dabei leisten kann, ist, Ihre Wach- und Achtsamkeit zu schärfen, wo sich Ihre persönlichen stressauslösenden Faktoren verbergen, Ihren Blick darauf zu fokussieren, gemeinsam mit Ihnen individuelle Lösungswege heraus zu finden und Sie bei der Umsetzung hilfreich zu unterstützen.